Kaffee aus Costa Rica

Besuch vom 08.01. - 19.01.2016

 

Ankunft am 9.Januar 2016 in San Jose.

Nach dem Bezug unseres Hotelzimmers gingen wir zu Fuß in die Innenstadt von San José. Nicht besonders attraktiv, aber sehr lebendig, mit einer sichtbaren Präsenz von Polizei. Ein schönes Theater mit einer Büste von Chopin vor der Tür, eine große Kirche mit prächtigen Fenstern und singenden und tanzenden Kirchenbesuchern. Für das Gold-Museum waren wir leider etwas spät dran. Später während des Abendessens trafen auch Thomas und Nadine, die Organisatoren, ein. Sie hatten eine Reise zum Vulkan Orosí im Nationalpark Guanacaste unternommen.

 

Sonntag, 10.01.2016

Am Vorabend fragten Thomas und Nadine, ob wir nicht mit zum Barva (erloschener Vulkan) fahren wollten. Es war ihr Ziel für Sonntag.

 

 

 

 

Um 8.30 sind wir zum Naturschutzpark Braulio Carrillo aufgebrochen. Die letzten 1,5 km waren reine Schotterpiste, die unser Nissan nicht mehr geschafft hat. Wir sind dann zu Fuß weiter gelaufen. Unser Ziel war der Kratersee des Vulkans Barva, der auf 2906 m liegt.

Um 17.30 waren wir zurück. Um 18.00 war das Treffen mit allen Gruppenmitgliedern vorgesehen, die mittlerweile alle im Hotel eingetroffen waren.

 

   

 

Montag, 11.01.2016

Um 7.30 starteten wir mit einem Bus und unserem Guide der SCACR, José, und dem Fahrer Jesus. Wir besuchten den Speciality-Produzenten Valle Micro Mill im West Valley. Der Farmer hat mit einer SL 28 vor 3 Jahren den Cup of Exellence gewonnen. Er hat weitere Spezialitäten wie z.B. eine Catura Emarilla, eine gelbe Bohne sowie Geisha. Auf seiner Farm beschäftigt er 35 Wanderarbeiter aus Nicaragua und Panama, die mit ihrer ganzen Familie für die Saison kommen. Ticos sieht man selten als Pflücker. Die Farm ist von Nespresso zertifiziert. Hier wird auch mit Pestiziden gearbeitet. Schattenbäume sind Mangelware. Von Krankheiten der Pflanzen ist jedoch nichts zu sehen. Eine künstliche Bewässerung ist in der gesamten Region nicht nötig.

Valle Mico Mill bereitet die Bohnen unterschiedlich auf. Sie können als fully washed, natural oder honey bearbeitet werden. Die Anlage verfügt über alle entsprechenden, modernen Maschinen.

 

 

Anschließend fuhren wir zu Café de Altura der San Ramón Mill. Das Unternehmen wird von Alfonso Campos geleitet. Es ist eine der 4 größten Beneficios in Costa Rica und arbeitet für 500 Produzenten. Es ist ein privates Unternehmen, 12 Jahre alt. Einer der wichtigen Rohkaffee-Käufer ist Kaffee Braun/Supremo.

Die Produzenten können hier Kaffee-Kirschen anliefern, die durch eine Qualitätskontrolle laufen. Die Kaffees werden vollständig aufbereitet und zum Export bereit gestellt. Geliefert wird der Kaffee aus dem West Valley, aber auch aus anderen Regionen.

Das Unternehmen gibt den Bauern Ratschläge, um ein Optimum aus der Ernte zu erzielen. 15 Tonnen Kaffee werden monatlich für verschiedene Kaffee-Farmer geröstet. Die Ware ist für den heimischen Markt bestimmt. Folgende Zertifikate liegen vor: Rainforest, Fairtrade, Starbucks, Utz. Café de Altura arbeitet auch mit Nespresso zusammen. Übernachtung im Hotel Posada, San Ramon.

 

 

 

 

Dienstag, 12.01.2016

Heute steht der Besuch bei der Beneficio Santa Anita/Agricola El Càntaro auf dem Programm.

 

 

 

 

Eine der ersten Plantagen aus den ersten Jahren des 18.Jahrhunderts. Es gehört Julio Sanchez Lèpiz, der in den 1990er Jahren als Kaffeebaron bekannt wurde. Neben Kaffee wird andernorts auch Kakao, Zuckerrohr angebaut und im Bereich Viehzucht experimentiert. Es handelt sich um eine sehr aufgeräumte Finca auf 70 ha, die auch im Bereich Bodenmanagement eine Vorreiterrolle einnimmt. Momentan wird am „CO2-neutral-Zertifikat“ gearbeitet. Insgesamt hat der Umweltschutz eine dominierende Rolle (PV-Anlage zur Gewinnung von Strom für den eigenen Betrieb und zur Einspeisung ins öffentliche Netz, ausgewogenes Bodenmanagement mit der geringst möglichen Menge an chemischen Zusatzstoffen, etc). Die Unterkünfte für die 200 Arbeiter sehen sehr gut aus. Das Wohnareal ist mit Spielplätzen, Fernsehen und einfachen Freizeitanlagen ausgestattet.

Sehr gute Kaffee-Qualitäten inklusive Geisha (super Aroma, runder Geschmack) und eine Mischung namens Kenia werden uns vorgestellt.

 

 

 

 

Nach dem Essen ging es weiter zur Kooperative Coope Victoria in der Nähe von Naranjo. Dieser Coop sind 500 Hersteller zugeordnet und es ist die größte Trockenmühle im Lande. Folgende Zertifikate liegen vor: Fairtrade, Rainforest, Utz und Starbucks zur Produktion von Mainstream-Kaffee.

Zu Beginn besuchten wir einen Farmer. Wir waren von den riesigen Erträgen auf den Sträuchern überwältigt. Wir durften selbst den Pflückkorb , die caguela, nehmen und uns im Kaffeekirschen- Pflücken üben.

 

 

 

 

 

Anschließend fuhren wir wieder zur Mill und sahen die Entladung der Kirschen, das Pulping, das Sortieren im Waschvorgang sowie das umfangreiche Trocknen der Bohnen. Man verzichtet bewusst auf die Fermentation und das Ausbringen auf dem Patio und versucht große Mengen zu produzieren. Ein Fokus liegt auf der Einsparung von Strom ( in der teuersten Stromzeit am Tag wird nicht gearbeitet) und die Wiederaufbereitung des Wassers.

 

 

 

 

In geringem Maße werden Spezialitäten hergestellt wie z.B. Geisha (ein Muster aus dem Vorjahr wurde uns überlassen). Der Boden ist vulkanischen Ursprungs, Höhenlage 1000-1600 m.

 

 

 

 

 

Mittwoch, 13.01.2016

Besuch bei Coricafe, San José , Central Valley. Wir lernten Eric Thormaehlen (VP) und seinen Vater Uwe (Chef) sowie Stefan Wille (Green Coffee Manager) kennen. Uwe Thormaehlen ist vor 50 Jahren nach Costa Rica gekommen und hat das Exportunternehmen aufgebaut. Sein Sohn führt es weiter und wird von Stefan unterstützt, der viele Jahre in Bremen und in anderen Städten im Ausland gelernt hat. Das Unternehmen versteht sich als Bindeglied zwischen den Mills und den Kunden im Ausland. Sie lagern den Export fertigen Kaffee, mischen, prüfen, sacken ab und führen weitere Dienstleistungen durch. Weiterhin führen sie das Exportgeschäft durch.

 

 

 

2. Besuch am Mittwoch, 13.01.2016

Wir besuchten CICAFE, das Coffee Research Center.

 

 

 

 

Hier erfuhren wir, dass mit verschiedenen Kaffee-Varietäten und Aufbereitungsanlagen aus Brasilien und Kolumbien experimentiert wird, um ein Rezept gegen Roja zu entwickeln. Eine schnellwachsende Varietät aus Kolumbien (Otava) scheint vielversprechend zu sein. Nach 1 Jahr kann bereits das erste Mal geerntet werden. Der Klimawandel scheint für das Institut eine untergeordnete Rolle zu spielen. Roja tritt verstärkt bei Arabica in Lagen unter 1200 m auf.

 

 

 

Man experimentiert mit den Huskets, den Schalen der Kaffeekirschen, und verarbeitet sie zu brennbaren Pellets oder sucht neue Wege der Kompostierung.

 

Donnerstag, 14.01.2016

Besuch bei Cécilia, Beneficio Santa Margarita /Zalmari Estate in Cachi, Cartago im Orosi-Tal.

 

 

 

Der Fam. Zalmari gehören ca. 90 ha schönstes Kaffeeland. Auch die Verwandten besitzen Plantagen in der Umgebung. Die Mutter von Cécilia hat weiterhin eine große Restaurant- und Ferienvilla-Anlage direkt am Orosi Stausee gebaut. Ein Hotel ist bereits in der Planung. Die Hänge der Plantage sind extrem steil. Cécilia hat bereits Otava-Pflanzen anbauen lassen. Ein Großteil der Ernte wird an Illy verkauft, aber auch Nespresso ist eine interessante Option.

Im vergangenen Erntejahr gab es sehr viel Regen und die Ernte hat sich von März bis Dezember hingezogen (Einflussbereich des Atlantik). Jetzt ist die Pflege der Bäume an der Reihe. Jede dritte Reihe wird gekürzt, so dass immer 2/3 der Anlage in Betrieb bleibt.

Besonders stolz ist Cécilia auf ihr Frauenprojekt, ein Projekt, in dem Frauen, die ihre Farm alleine bewirtschaften müssen, unterstützt werden. Dieses Projekt wurde mittlerweile in mehr als 20 Ländern etabliert.

 

Nachmittags waren wir bei Linda, die auch für Cécilia röstet.

 

 

 

Sie betreibt mit ihrem Mann eine Bioplantage und versucht im Einklang mit der Natur alles dem Boden zurückzugeben, was ihm entnommen wurde. Sie bereitet das gebrauchte Wasser wieder auf und nutzt die Abfälle in einer Biogasanlage. Sie arbeitet mit sehr vielen Schattenbäumen und führt nach der Bearbeitung der Kaffeehäutchen und der Kirschhüllen, diese zurück als Dünger. Der Ertrag dieser Anlage ist gering. Sie haben auch kein richtiges Rezept gegen Roja, was überall zu sehen ist.Linda hält den Betrieb aufrecht, indem sie in ihrer alten Beneficio in Lohn auch konventionelle Wäre verarbeitet und indem sie Touristen durch die Anlage führt.

(Anmerkung: dieser Besuch war von Thomas zusätzlich und außerhalb des SCACR-Terminkalenders eingeflochten worden und fand absolut keine Zustimmung bei José, unserem Guide der SCACR.)

 

Freitag, 15.01.2016

Besuch bei Coopedota, einer Kooperative in Tarrazú. Dieses Unternehmen, das 1960 gegründet wurde, unterhält eine Kaffeeschule und Läden für die Region. Alle Einzelheiten werden auf einer CD präsentiert.

 

 

 

Der GM des Unternehmens, Roberto Mata Naranjo reist häufiger nach Europa und auch nach Deutschland. Er hat auch den Bürgermeister von Stuttgart in einem langen Gespräch davon überzeugen können, dass man in CR nicht unbedingt "Fairtrade" benötigt, da das ganze Kaffeesystem auf fairer Produktion und fairem Handel basiert sowie auf einen bewussten und nachhaltigen Einsatz aller Resourcen ausgelegt ist. Verkauf auch an IAC.

Caturra conventional Fully washed

 

 

Der 2. Besuch an diesem Tag war bei Coopetarrazú, nur ein paar km entfernt.

 

 

 

Dieses Unternehmen hat 4000 Mitglieder/Eigentümer und arbeitet solidarisch und nachhaltig.

94% der Anbauhöhe befindet sich über 1200 m, 45% über 1500 m. Das Unternehmen wurde 1960 von 228 Kaffeefarmern gegründet. Heute werden Ca. 225.000 Quintaners x 46 kg von 2437 Männern und 1175 Frauen erwirtschaftet. Umsatz : 11.4 Mill US$ (60% Kaffee, 40% commercial business, wie z.B. Tankstellen, Supermärkte, Farmers Story etc.)

Der Kaffeeumsatz wird zum größten Teil von Kleinbauern erwirtschaftet. 80% aus Anlagen mit weniger als 4 ha, 14% zwischen 4-10 ha 6% mehr als 10 ha Eines der Hauptziele ist die Stärkung des nachhaltigen Anbaus und die Förderung sehr guter Qualitäten. Hier sollte auch die Nachverfolgung möglich sein.

Zertifikate: Starbucks, Fairtrade, Rainforest Produktion von fully washed, natural, honey, Semi washed. 55% der Ernte wird in die Vereinigten Staaten verkauft, an 2. Stelle steht Europa (IAC, Hacofco, List und Beisler, ILLY).

 

Samstag, 16.01.2016

Besuch bei Río Jorco, einer kleinen Beneficio, die größtenteils Spezialitäten verkauft.

 

 

 

Eine sehr ordentliche und saubere Anlage, mit den schönsten terrassenförmig angelegten Plantagen. Wir haben verschiedene Kaffees probiert, auch als Kirsche. U.a. Geisha - Yummy Weitere Spezialitäten waren Proveniencen aus Ethiopien, Kenya-Prov, Caturra-Catuai etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

Anschließend waren wir bei Volcafe/ED F man.

 

 

 

Riesiger Laden mit Standardware. Die Besonderheit war ein EDV - gesteuertes Trocknungsverfahren für die 6 Trockentrommeln. Es wird mit Kaffeehäutchen, Metangas aus der Produktion des Kaffees und Holz betrieben. Holz heizt nur bis 400 Grad, Kaffeehäutchen bis 600 Grad C.

 

Sonntag, 17.01.2016

Besuch El Tostador, La Academica in San José.

Eine Kaffeeschule, in der wir verschiedene Kaffeezubereitungen sahen, einschließlich cold drip, Chemix, v60 etc.

Bei jungen Leuten ist ein Trend hin zu besseren Qualitäten zu bemerken. Sie wollen auch Nutznießer der guten costaricanischen Kaffees sein.

Allgemeine Information zur Kaffeewirtschaft in Costa Rica

Folgende Allgemeine Erklärungen erhielten wir zum Kaffeegeschäft in Costa Rica:

Im Central Valley leben 3 Mio Menschen / in Costa Rica 4,3 Mio. In Costa Rica arbeiten 50.000 Kaffee-Produzenten, davon 90% Kleinbauern mit weniger als 5 ha Land, 280 Kaffee-Aufbereitungsanlagen, 50 Exporteure.

CICAFE ist das offizielle Organ der Kaffeeindustrie, das Regeln für den Kaffee formuliert und die Einhaltung der Regeln/Gesetze kontrolliert.

Die Pflücker /Picker erhalten einen Lohn von ca. 2 US$ pro Korb. In einen Korb ( caguela) passen ca. 20 ltr. Kaffeekirschen. Ein Pflücker schafft ca. 8 - 12 Körbe pro Tag. Es sind meistens Wanderarbeiter aus Panama und Nicaragua, die für die Saison mit ihrer ganzen Familie ins Land kommen.

Der Farmer liefert die Kirschen in der Aufbereitungsanlage an und schüttet sie in die vorgesehenen Auffangbehälter: 10 caguela entspricht 200 ltr. = 1/2 Fanega, d.h. 1 Fanega = 400 ltr = 250 kg Kirschen = 46 kg grüne Bohnen. In der Coope Tarrazú erhalten die Farmer 70.000 Colones = etwa 140 US$\ Fanega /46 kg grüne Bohnen, das entspricht ca. 3 US$ / kg. Es werden 83.000 ha Kaffeeland bewirtschaftet (Anbaufläche ist rückläufig), das entsprach in der vergangenen Saison einem Ertrag von 2.050.000 Fanegas = 94.300 to.

Heute wird der Kaffee nach folgenden Kriterien unterteilt:

  • nach der Anbauhöhe
  • nach den Regionen (seit den 90er Jahren)
  • nach Microlots
  • mittlerweile nach Boutique Kaffee, kleinen lots, Honey, Full Honey, Natural, Yeast fermentation (für Länder wie Südkorea, Japan etc.) und anderen Kriterien

Die Härte der Kaffeebohne (density) sagt viel über die Qualität der Ware aus. Es wird unterschieden in

  •  Hard Bean Area = 600 - 900 m HB
  •  Good Hard Bean = 900 - 1100 m GHB
  •  Strictly Hard Bean = 1100 - SHB

Je höher die Anbauregion, desto geringer die Produktivität, umso härter ist die Bohne und umso besser ist die Qualität.

Kein Land in der Welt hat eine transparentere Kaffeewirtschaft wie CR. Durch Icafe (Institute de Café in CR) werden strikte Regeln für die Kaffeewirtschaft umgesetzt und kontrolliert.

Die Gewinnmargen sind per Gesetz festgeschrieben. Sie betragen für

- Beneficios 9%

- Exporteure 2,5%

Die Kalkulation für die Farmer ist unterschiedlich und richtet sich danach, ob die Weiterverarbeitung in einer Kooperative erfolgt ( der Preis orientiert sich an der Börse, wird jedoch für einen längeren Zeitraum für alle Farmer festgelegt ). Es spielt dabei keine Rolle, ob konventionelle Ware oder Microlot- Kaffee angeliefert wird. Am Ende der Abrechnungsperiode wird das Differenzergebnis auf alle Eigentümer aufgeteilt. Bei Wertverlusten der Börse müssten die Farmer ebenfalls einen Ausgleich leisten. z.b. Coope Tarrazú zu 140 Us$ / 46 kg = 2 fenagas /Kaffeekirschen.

Die Weiterverarbeitung in einer konventionellen Aufbereitung: ausgehend vom Börsenpreis + Differential abzüglich Kosten, Gewinnaufschlag der Beneficio, abzüglich Logistik bis FOB Weiterhin sichern sich Großkonzerne wie Nespresso und Starbucks Ernteerträge, indem sie zusätzliche Margen zahlen und dazu beitragen, dass die Ernten optimiert werden. Sie zertifizieren die Plantagen, beraten die Farmer etc. Die Ernte startet in Costa Rica in den tieferen Lagen im Mai (im pazifischen Einflussbereich) und in den höher gelegenen Anbaugebieten zwischen Dezember und März. Im Einflussbereich des Atlantiks war die Ernte dieses Jahr deutlich früher und war bereits bei unserem Besuch beendet.

Es wurde beklagt, dass die Ernteerträge rückläufig sind, da große Anbauflächen verkauft und mit Häusern bebaut werden. Der Anteil der Ernte, der nach Deutschland geht, ist mit ca. 10% sehr gering. Mehr als 50% wird in die USA exportiert; Länder wie Südkorea und Japan nehmen ebenfalls große Volumen.

In Costa Rica entwickelt sich langsam eine Kaffeekultur. Die Nachfrage nach hochwertigen Kaffees wird insbesondere durch junge Leute befördert. Bisher wird in CR nur 2. Wahl und Ausschusskaffee konsumiert. Die guten Bohnen werden exportiert. Grundsätzlich ist der Anbau von Robusta verboten. In unseren Gesprächen konnte man jedoch raushören, dass einige Farmer schon mit Robusta experimentieren, zumal sie vermehrt Probleme mit Roja/Rost, Broca-Käfern und dem Klimawandel haben.

Es gibt kaum Bio-Anlagen, da der Ertrag deutlich geringer als bei konventionellen Anlagen ist. Jedoch ist CR im Umweltschutz sehr weit. Die Bodenqualität wird mit den huskets und natürlichen Nährstoffen verbessert. Der Wasserverbrauch wird auf ein Minimum reduziert. Das führt dazu, dass bei der „Nassen Aufbereitung“ häufig auf die Fermentation verzichtet wird und die Nassmühlen die Bohnen vollständig vom Kirschfleisch befreien. Die einheimische Industrie hat bei der Produktion von Qualitätskaffee (Microlotkaffee, Honey, Natural etc.) eine gewaltige Revolution hinter sich. In den Anbauregionen wurden zahlreiche kleine Aufbereitungsanlagen eingerichtet, in denen einzelne Bauern oder auch kleine Gruppen die Ernte aufbereiten und auf diese Weise aufwerten und außerdem selber an Ankäufer aus aller Welt verkaufen können. Diese Entwicklung hat es den jüngeren Generationen ermöglicht, ihre Familienbetriebe trotz unsicherer Märkte weiterzuführen.

 

Haupt-Kaffeetypen: Typica, Caturra, Catuai (rot, gelb), Villa Sarchi, Bourbon (rot, gelb), Geisha, Villalobos Aufbereitung: nass (Full, Semi), Honey 25%, 50%, 80%, Natural.

Folgende Regionen haben wir besucht:

Central Valley: gut balancierte Tasse mit schokoladigem und fruchtigem Geschmack, der Duft von Honig etc.

West Valley: das Aroma hat eine große Komplexität.Geschulte Tester finden Noten von Orange, Pfirsich, Honig, Vanille etc.

Orosi: Kakao -Note mit intensiven angenehmen Aromen und einer feinen Säure. Gut balanciert zwischen Süße und Körper

Tarrazú: guter Körper und einer Säure in unterschiedlicher Intensität mit Geschmack von Zitrone, Mandarine und grünem Apfel. Das Aroma variiert von Rohrzucker und Honig und floralen Noten, wie z. b. Jasmin. Alles geht zusammen mit einem lang anhaltenden Nachgeschmack. Die Röstung sollte Medium bis dunkel sein.

Weitere Kaffeegebiete sind: Tres Ríos, Turialba, Brunca und Guanacaste.

 

Info zu Costa Rica (Wikipedia)

 

 

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